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BWL - kaufmännisches Rechnen - Die Handelskalkulation

Inhalt: In dieser Lektion lernen Sie die Handelskalkulation kennen. Sie lernen wie man einen Preis kalkuliert, wenn der Einkaufspreis feststeht (Vorwärtskalkulation) und wenn der Verkaufspreis (marktgegeben) feststeht (Rückwärtskalkukation).

Warum muss ich überhaupt einen Preis kalkulieren?

Gerade Existenzgründer aus nichtkaufmännischen Berufen sehen oft keinen Anlass Ihre Preise zu kalkulieren. Es wird oft irgendeiner festgelegt. Das kann über Jahre gut gehen, kann aber auch dazu führen, dass der Unternehmer nach einer Weile in die Insolvenz gehen muss. Was ist passiert. Ohne es zu wissen, hat der Unternehmer seine Produkte viel zu billig abgegeben. Das hat ihm zwar viele Kunden beschert, jedoch wurden seine Einnahmen kontinuierlich durch die Ausgaben verzehrt. Es ist also unbedingt ratsam eine Kalkulation anzufertigen, um immer zu wissen wie hoch man den Preis ansetzen muss, damit am Ende der erwartete Gewinn übrig bleibt.  

Die Vorwärtskalkulation:

Bei der Vorwärtskalkulation gehen wir von einem feststehenden Einkaufspreis aus und wollen ermitteln wie hoch der Verkaufspreis mindestens sein muss, damit wir den angestrebten Gewinn umsetzen können. Danach muss man entscheiden, ob dies unter den gegebenen Umständen auch möglich ist. Beispiel: Das Bekleidungswerk Müller Jeans kalkuliert den Listenverkaufspreis der neuen Jeansstoffe. Der Listeneinkaufspreis beträgt 375,00 € (netto). Der Lieferrabatt beträgt 16%, der Lieferskonto 3%. Die Bezugskosten belaufen sich auf 6,30 € (netto). Die Berechnung des Handlungskostenzuschlages ergibt 29,85%. Das Bekleidungswerk kalkuliert den Gewinn mit 25%. Den Kunden werden  2% Skonto gewährt und 10% Rabatt. Der Vertreter erhält eine Provision von 7%. Dies ergibt die folgende Rechnung: Bitte beachten Sie, dass die Pfeilspitzen jeweils auf den Grundwert (100 %) zeigen. Bis zum Barverkaufspreis ist die Rechnung relativ einfach. Der Grundwert ist gegeben und Sie müssen nur noch den Prozentwert mittels dem Prozentsatz ausrechnen und zum Grundwert dazu addieren oder abziehen.  Nach der Berechnung des Barverkaufspreises ändert sich die Situation. Nun haben Sie nicht mehr den Grundwert gegeben, sondern den bereits verminderten Grundwert und müssen den Grundwert berechnen. Das Gleiche gilt beim Listenverkaufspreis. Hier die Lösung der Aufgabe mit den einzelnen Rechenschritten: Bitte beachten Sie, dass es zu Rundungsdifferenzen kommen kann bei Berechnungen in Excel oder mit dem Taschenrechner! Excel rechnet auch mit allen Nachkommastellen, wenn diese gelöscht (ausgeblendet) werden.

Rückwärtskalkulation:

Bei der Rückwärtskalkulation wird nicht von Listeneinkaufspreis ausgegangen sondern vom Listenverkaufspreis. Das ist vor allem dann notwendig, wenn eine entsprechende Konkurrenzsituation vorherrscht, welche es nicht erlaubt, abweichende Preise am Markt durchzusetzen. Also rechnet man rückwärts, zu welchem Einkaufslistenpreis die Ware mindestens gekauft werden muss, um die Kosten zu decken und den angestrebten Gewinn zu realisieren. Beispiel: Der Listenverkaufspreis von Jeansstoff ist durch den Angebotspreis der Konkurrenz vorgegeben und beträgt 550,00 € netto. Das Bekleidungswerk Müller Jeans kalkuliert den Listenverkaufspreis der neuen Jeansstoffe. Der maximale Listeneinkaufspreis soll ermittelt werden. Der Lieferrabatt beträgt 10%, der Lieferskonto 2%. Die Bezugskosten belaufen sich auf 8,35 € (netto). Die Berechnung des Handlungskostenzuschlages ergibt 25,5%. Das Bekleidungswerk kalkuliert den Gewinn mit 23%. Den Kunden werden  2% Skonto gewährt und 5% Rabatt. Der Vertreter erhält eine Provision von 7,5%. Lösung: Die Rechnung wird also genau von hinten aufgerollt. Wir fangen mit dem Listenverkaufspreis an und rechen dann rückwärts in Pfeilrichtung. Hier die Berechnung in einzelnen Schritten:

Hier noch einige Aufgaben zum Üben:

Übung 1 - Handelskalkulation: Ein Vertreter auf Provisionsbasis hat uns kürzlich berichtet, dass er einen Käufer für unseren Gartenzwerg "Udo mit Bohrmaschine" gefunden hat. Der Käufer befindet sich in Amerika und würde gerne 500 Stück dieser einzigartigen Gartenzwerge für 60 € (netto) das Stück erwerben. Die Transportkosten werden vom Käufer voll übernommen. Wir beziehen unsere Gartenzwerge aus einer Manufaktur im Süden Deutschlands. Aufgrund veränderter Kostenlage muss der Gartenzwerg neu kalkuliert werden. Die Manufaktur bietet uns die Gartenzwerge für 35 Euro (Netto) an, wenn wir 500 Stück abnehmen. Kalkulieren Sie bitte, ob wir die Gartenzwerge für diesen Preis erwerben können, wenn folgende Kalkulationsgrundlagen gelten sollen: Liefererrabatt 5% Liefererskonto 1% Bezugskosten pro Stück (ohne USt) 3,50 € Geschäfts-, oder Handlungskosten 15% Gewinn 24% Kundenskonto 2% Vertreterprovision 5% Kundenrabatt 3% Und hier die Lösung der Aufgabe: Hierbei handelt es sich um eine Rückwärtskalkulation. Der Käufer möchte die Gartenzwerge für 60,00 € netto erwerben. Von dieser Zahl kalkulieren wir Rückwärts und erhalten einen maximalen Einkaufspreis von 36,64 Euro. Da wir die Gartenzwerge schon für 35 € erwerben können, können wir das Angebot annehmen. Alle Gewinnziele werden erreicht und überboten.

Downloads zur Handelskalkulation:

Hier habe ich einige Downloads zum Ausdrucken bzw. zur privaten Verwendung hinterlegt. Die Handelskalkulation mit Kalkulationschema in Excel. Damit lösen Sie jede Aufgabe. Zu Lernzwecken ist es aber besser Sie lösen diese per Hand. Die Vorwärts- und Rückwärtskalkulation in ausführlichen Schritten erklärt als pdf-Datei.
Schema einer Handelskalkulation ( Vorwärtskalkulation ) Handelskalkulation Vorwärtskalkulation Berechnungsbeispiel Handelskalkulation Rückwärtskalkulation  Berechnungsbeispiel mit Formeln Handelskalkulation Rückwärtskalkulation Schema mit Berechnungsbeispiel
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